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Kamerun in Deutschland

 

 

 

 „Kamerun in Deutschland“ – Das entwicklungspolitische Potenzial der in Deutschland lebenden KamerunerInnen:

Im Jahr 2006 lebten ca. 7 Millionen ausländische Personen in der Bundesrepublik Deutschland. Etwa 272.000 von ihnen kommen aus Ländern Afrikas - darunter 5.732 kamerunische Frauen und 8.682 kamerunische Männer, zusammen 14.414 Personen. 5.521 davon sind für ein Hochschulstudium eingeschrieben und weitere 3.551 sind erwerbstätig in Deutschland. Die kamerunischen Studierenden haben ein sehr breites Interessen-Spektrum innerhalb ihres Studiums. Ob Ingenieurs-, Sprach- oder Gesellschaftswissenschaften, Medizin oder Lebensmitteltechnologie und Mathematik: kamerunische Studierende sind in fast jedem Studiengang anzutreffen. Diese sehr ausdifferenzierte Wahl der Studienfächer erklärt das breite fachliche Know-how – das in Kamerun nach der Rückkehr erfolgreich eingesetzt wird.

Die Diversität Kameruns in Hinblick auf ethnische Herkunft, Sprache und religiöse Zugehörigkeit spiegelt sich auch in der Zusammensetzung der Migranten in Deutschland wider, wobei sich die regionale Herkunft und ethnische Zugehörigkeit nicht proportional zur kamerunischen Bevölkerung abbildet. Migranten aus dem Westen Kameruns und aus den größten Städten Jaunde und Douala sind überrepräsentiert, da sich hier die Bildungseinrichtungen des Landes konzentrieren. Neben Deutschland sind Italien, Frankreich und die USA wichtige Zielländer kamerunischer Bildungsmigranten.

Im Gegensatz zu anderen Migrantengruppen aus Subsahara-Afrika ist die Zuwanderung aus Kamerun überwiegend durch Bildungsmigration gekennzeichnet. In migrations- und entwicklungspolitischer Hinsicht ist die Zuwanderung der Kameruner nach Deutschland aufgrund von zwei Faktoren besonders interessant: Zum ersten ist die Zuwanderung aus Kamerun relativ hoch verglichen mit anderen Ländern des subsaharischen Afrika. Die Kameruner sind inzwischen die drittgrößte Migrantengruppe aus Subsahara-Afrika, unmittelbar nach den Ghanaern und Nigerianern. Ferner ist die Zahl der Kameruner in den letzten fünf Jahren weiter angestiegen, während die Zuwandererzahlen aus anderen afrikanischen Ländern rückläufig sind. Zum zweiten sind die Migranten aus Kamerun vor allem jung und gut ausgebildet. Heute stellen die Kameruner die größte Gruppe von Studierenden und Absolventen aus Subsahara Afrika dar.

Jährlich kommen mehr als 1000 Neueinschreibungen hinzu. Im Kontext des Fachkräftebedarfs und der alternden Bevölkerung in Deutschland und der gesamten EU sind die Kameruner aufgrund ihres jungen Alters und des überdurchschnittlich hohen Bildungsprofils eine Gruppe, die einen großen ökonomischen Beitrag sowohl für die kamerunische als auch für die deutsche Gesellschaft erwarten lassen.

Allein seit dem Jahr 2004 (bis Mitte 2007) sind 139 kamerunische HochschulabsolventInnen im Rahmen des „Programms Rückkehrende Fachkräfte“ nach Kamerun zurückgekehrt und konnten bei der beruflichen Reintegration die Leistungen des BMZ-finanzierten Programms in Anspruch nehmen. Durchschnittlich sind dies pro Jahr ca. 40 RückkehrerInnen nach Kamerun – die einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung ihres Landes leisten – und kulturelle Brücken zwischen Kamerun und Deutschland bauen. 59 der kamerunischen Rückkehrerinnen und Rückkehrer wurden im Rahmen des Programms mit einer Arbeitsplatzausstattung gefördert und setzen somit ihr in Deutschland erworbenes Know-how in Kamerun ein und haben sich beruflich und gesellschaftlich erfolgreich etabliert: Kamerunische RückkehrerInnen sind „BotschafterInnen Deutschlands“ mit großem Engagement für ihr Herkunftsland Kamerun.

 

Quelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden, 2006

 

Weitere Informationen:

  1. Tabellen: "Kameruner in Deutchland"  >>>
  2. Statistisches Bundesamt Deutschland >>>